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Gutachten zur Prüfung möglicher Umweltauswirkungen des Einsatzes von Abfall- und Reststoffen zur Bruch-Hohlraumverfüllung veröffentlicht

  • 23.01.2017
  • de

Von Mitte der 1980er Jahre bis in das Jahr 2006 wurden rund 580.000 t besonders überwachungsbedürftige Abfälle zur untertägigen Bruchhohlraumverfüllung (BHV) eingesetzt.

Mitte des Jahres 2013 wurden erste Befürchtungen geäußert, dass diese BHV Ursache für Belastungen einer Grundstücksfläche westlich von Bergkamen sei. Zusätzlich wurde befürchtet, dass es auch durch den früheren Einsatz PCB-haltiger Betriebsstoffe und entsprechender Substitute im Steinkohlenbergbau im Zusammenhang mit dem Zutagefördern und Einleiten von Grubenwässern in Oberflächengewässer zu einer Gefährdung von Mensch und Umwelt komme.

Um diese Gefährdung zu überprüfen, wurde im Juli 2015 vom MKULNV und dem MWEIMH ein zweiteiliges Gutachten  in  Auftrag  gegeben. Der erste Teil des Gutachtens ist nun erschienen.

Folgende Kernfragen zum Thema BHV werden durch das Gutachten beantwortet:

  1. Wie sind die Grundannahmen, die Basis der damaligen Entscheidungen gewesen sind, heute fachlich zu bewerten?
  2. Sind  aktuell  und  künftig  Gefährdungen  insbesondere  des  Grund-  und Oberflächenwassers  im  Einzugsbereich  der  Steinkohlenbergwerke  zu befürchten?  Welche  Maßnahmen  müssten  ggf.  ergriffen werden,  um diesen zu begegnen?
  3. Wie muss das Monitoring erweitert werden, um ggf. auftretende Gefährdungen frühzeitig zu erkennen?
  4. Prüfung der durch die im Auftrag Dritter tätigen Gutachter festgestellten „Auffälligkeiten“  an  der  Tagesoberfläche  auf  dem  Privatgrundstück  in Bergkamen.

Zum Thema PCB konzentriert sich das Gutachten auf folgende Kernfragen:

  1. Betrachtung  und  Einschätzung  der  Mobilisierbarkeit  von  PCB  im  Grubengebäude  sowie  der  vorliegenden  Ergebnisse  von  Messprogrammen zur  PCB-Belastung  in  Gewässern  und  in  Grubenwässern  in  Bezug  zu Grubenwasserhaltungsmaßnahmen in den jeweiligen Bereichen,
  2. Prüfung,  ob  und  ggf.  wie  das  bestehende  Monitoring  verändert  werden muss, um neben der Erfassung des Parameters PCB in Bezug auf eingebrachte  Abfall-  und  Reststoffe  auch  etwaige  PCB-Austräge  aus  dem früheren Einsatz PCB-haltiger Betriebsmittel erfassen zu können.

Zur Bearbeitung der Fragestellungen hat sich ein unabhängiges Konsortium aus Ingenieurbüros und Hochschulinstituten gebildet. Die Bearbeitung erfolgt durch sechs Projektpartner. Das Projektteam wurde fachlich und personell so ausgewählt, dass alle Fragestellungen bearbeitet werden konnten. Mitglieder des Konsortium sind:

  • ahu AG Wasser · Boden · Geomatik, Aachen (Federführung)
  • Prof. Dr. van Berk (TU Clausthal, Abtlg. Hydrogeologie)
  • delta h Ingenieurgesellschaft mbH, Witten (Prof. Dr. König)
  • LEK Lehrstuhl für Geologie, Geochemie und Lagerstätten des Erdöls und der Kohle, RWTH Aachen University (Prof. Dr. Schwarzbauer)
  • LFH Lehr- und Forschungsgebiet Hydrogeologie, RWTH Aachen University (Prof. Dr. Rüde)
  • IFM Lehrstuhl und Institut für Markscheidewesen, Bergschadenkunde und Geophysik im Bergbau, RWTH Aachen University (Prof. Dr. Preuße)

Im Teil 1 des Gutachtens wird das Bergwerk (BW) Haus  Aden/Monopol  bearbeitet.  Zudem  wird  die  Frage nach  dem  Risiko aufgrund des PCB-Einsatzes weitestgehend beantwortet.

Im Teil 2, dessen Veröffentlichung Mitte des Jahres 2018 erwartet wird, wird geprüft,  inwieweit  die  Ergebnisse  der  für  das  BW  Haus  Aden/Monopol durchgeführten Risikoanalysen auf das BW Hugo/Consolidation  und  das  BW Walsum  übertragen  werden  können.  In diesen  drei  BW  wurden  Reststoffe  nach  dem  Prinzip  des vollständigen  Einschlusses eingesetzt. Weiterhin werden im Teil 2 acht weitere BW untersucht, auf denen Reststoffe nach dem Prinzip der „Immissionsneutralität“ eingesetzt wurden.

Das Gutachten steht unter folgender Adresse als Download zur Verfügung:
» www.umweltauswirkungen-utv.de

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